WELT-AIDS-Tag 2012 – Positiv zusammen leben ….und arbeiten!

Positiv zusammen leben ….und arbeiten!
Unter diesem Motto steht der WELTAIDSTAG 2012. Denn dank guter Behandlungsmöglichkeiten der HIV-Infektion arbeiten heute zwei Drittel aller Menschen mit HIV weiter.

Das könnte ein Indiz dafür sein, dass HIV zwischenzeitlich eine „ganz normale“ Infektionserkrankung ist. Dem ist aber nicht so, denn nach einer Studie verschweigen 61% aller Menschen mit HIV ihre Infektion an ihrem Arbeitsplatz. Die Gründe dafür: Angst vor Diskriminierung und Stigmatisierung.
Dass diese Angst berechtigt ist, zeigt eine Umfrage der Deutschen AIDS-Hilfe aus dem Jahr 2011.

77% der Befragten berichten, dass sie im letzten Jahr Diskriminierung im Alltag erfahren haben. Diese Diskriminierungen reichen von der bloßen Abkehr vom Kuss zur Begrüßung bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes.
Die AIDS-Initiative Bonn kann diese Erfahrungen aus ihrer Arbeit bestätigen. Die meisten Menschen, die hier Beratung in Anspruch nehmen, berichten von diskriminierenden Erfahrungen in Beruf und Alltag. Die Folgen von erlebter Diskriminierung sind Rückzug und niedriges Selbstwertgefühl bei den Betroffenen.

In die Beratungsstelle der AIDS-Initiative Bonn kommen allerdings vorrangig die Menschen, die zum anderen Drittel der Menschen mit HIV gehören. Sie sind aufgrund ihrer Infektion nicht mehr in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Viele von ihnen sind daher aufgrund ihrer Infektion Armut ausgesetzt Auch diese Gruppe wird infolge der höheren Lebenserwartung immer größer werden und darf nicht vergessen werden. HIV und Armut ist daher das zentrale Thema der täglichen Arbeit in der
Aids-Initiative Bonn. Diese Menschen sind damit in einem besonderen Maße gefährdet, Ausgrenzung und Stigmatisierung zu erfahren.

Nach den Erfahrungen der AIDS-Initiative Bonn überschätzen viele Menschen das Risiko, sich im alltäglichen Umgang mit Menschen mit HIV mit dem Virus anzustecken. Hierin dürfte eine wichtige Ursache für Diskriminierung und Stigmatisierung liegen. Daher wird die AIDS-Initiative Bonn den WELTAIDSTAG gezielt nutzen, um über die tatsächlichen Infektionsrisiken zu informieren.

Denn nur wenn jedem bewusst ist, dass im alltäglichen Umgang keinerlei Infektionsrisiko besteht, können Vorbehalte gegenüber Menschen mit HIV abgebaut und ein Klima der Solidarität geschaffen
werden.